Instabilität

Eine Schulterinstabilität ist häufig Folge einer unfallbedingten Verrenkung (Luxation), seltener resultiert sie aus anlagebedingten Anomalien. Zur Entscheidungsfindung ist eine akkurate Unterscheidung traumatischer von anlagebedingten Ursachen unerlässlich. Auch muss die Richtung der Instabilität im Rahmen einer gründlichen körperlichen Untersuchung erfasst werden. Hierzu werden die Klassifikationen nach Bailey bzw. Gerber oder Matsen herangezogen. Während bei akuten Verletzungszuständen in der Regel eine Beurteilung von Kapsel-Bandapparat und Gelenklippe (Labrum) mittels MRT erforderlich ist, werden bei chronischer Luxation knöcherne Pathologien von Seiten der Pfanne und des Kopfes mittels CT eruiert.  Akute Luxationen stellen einen absoluten Notfall dar und müssen ohne Zeitverlust der Einrenkung (Reposition) zugeführt werden.


Unter Einhaltung strenger Kriterien kann eine erstmalige Verrenkung in ausgewählten Fällen ohne Operation behandelt werden. Meist erfolgt jedoch zu einem späteren Zeitpunkt die arthroskopische Refixation des Labrums, das bei der Luxation vom vorderen Pfannenrand abschert. Die Rezidivrate nach dieser OP beträgt ca. 8%, die der konservativen Behandlung ist dagegen deutlich höher. Auch die weitaus seltenere hintere Luxation und kleinere Pfannenausbrüche werden inzwischen minimal-invasiv operiert. Chronische Luxationen erfordern dagegen häufig aufwendige knöcherne Rekonstruktionen. Unabhängig von der Therapieform ist in den meisten Fällen eine langwierige Nachbehandlung erforderlich, die Rekonvaleszenz beträgt ca. 3-4 Monate.

Arthroskopische Anheftung des vorderen Labrums an den Pfannenrand mittels Fadenanker

Aufbau des vorderen Pfannenrandes bei chronischer Schulterluxation mittels Korakoidtransfer (OP nach Latarjet)