Rotatorenmanschettendefekte

Die Schulter weist einen enormen Bewegungsumfang auf. Voraussetzung hierfür ist, dass der Humeruskopf nicht von einer knöchernen Pfanne umfasst wird, sondern von Sehnen, Bändern und Gelenkkapsel in zentraler Position an die Pfanne herangezogen wird (Weichteilführung). Der Rotatorenmanschette, die den Humeruskopf von drei Seiten mit einer kräftigen Sehnenplatte umschliesst, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

 

Verschleißbedingt kommt es häufig zu Defekten der Rotatorenmanschette. Dies geht mit einer eingeschränkten Aussendreh- und Abspreizfähigkeit des Armes einher. Neben der Schmerzsymptomatik wird insbesondere ein Kraftverlust beklagt. Zur Entscheidungs-

findung muss eine MRT mit der Frage der Sehnenrückbildung (Hypotrophie) bzw. fettigen Abnutzung durchgeführt werden. Liegt ein allschichtiger Defekt vor, wird bei erhaltener Rekonstruktionsfähigkeit eine Refixation am Oberarmkopf in arthroskopischer Technik durchgeführt. Die Nachbehandlung ist mit bis zu 6 Monaten relativ langwierig, nach dieser Zeit sind bis zu 80% der genähten Rotatorenmanschetten erfolgreich eingeheilt.

 

Bei sehr grossen oder veralteten Defekten mit bereits stattgehabtem Umbau der Sehne

ist eine Naht nicht mehr möglich. Dann muss je nach Bewegungsmuster zumindest bei jüngeren Patieten ggf. über eine Sehnenverlagerungsoperation (Latissimustransfer) nachgedacht werden. Alternativ kann ein Defektverschluss mittels Sehnenersatzplastik aus Fremdmaterial durchgeführt werden. Für ältere Menschen kommt hierfür auch die Verwendung von sog. Spacerballonen in Betracht, die ebenso wie die Ersatzplastik die Gelenkzentrierung reaktivieren und so die schmerzhaften Bewegungsabläufe optimieren sollen.

 

Weist das Gelenk infolge des Defektes bereits eine pathologische Verlagerung des Drehzentrum mit Zeichen der Arthrose auf, bleibt nur die Implantation einer inversen Prothese.

Arthroskopische Versorgung eines Supraspinatusdefektes mittels arthroskopischer, knotenfreier Doppelreihenfixation (Speed Bridge Technik)

Ersatz der Supraspinatussehne bei nicht rekonstruierbarem Defekt mittels Patch