Schultereckgelenk

Das sog. Schultereckgelenk bezeichnet die Verbindung zwischen Schlüsselbein und Schulterhöhe (Acromioclavikulargelenk, ACG). Verletzungen finden sich häufig bei Sportlern oder Zweiradfahrern nach einem direkten Anprall der Schulter. Die Behandlung ist abhängig von Ausprägung und Richtung der Instabilität, hierzu wird die Klassifikation nach Tossy/Rockwood herangezogen. 


Bei einer Zerreissung aller Bandstrukturen kommt es zum sichtbaren Heraustreten des Schlüsselbeins aus dem Gelenk. Dieses kann zwar manuell in das Gelenk zurückgedrückt werden, verlagert sich aber nach dem Loslassen sofort wieder nach oben (Klaviertasten-

phänomen). Zumindest jungen Patienten mit regelmäßiger Überkopftätigkeit wird dann die operative Vesorgung mit einer sog. Hakenplatte empfohlen. Inzwischen kann die operative Stabilisierung auch in arthroskopischer Technik erfolgen. Chronische oder veraltete Luxationen müssen aufwendiger angegangen werden. Häufig wird eine Teilentfernung des Schlüsselbeinendes mit Bandplastik (OP nach Weaver-Dunn) durchgeführt. Die Rekonva-

leszenz nach Verletzungen des ACG beträgt ca. 2 Monate.

Arthroskopisches Anlegen eines Tunnels zwischen Schlüsselbein und Rabenschnabel-

fortsatz zum Einflechten einer Seilzugver-

bindung in das Schultereckgelenk

Das postoperative Röntgenbild zeigt die korrekte Position des Schlüsselbeins, das durch ein Bandkonstrukt mit Titanplättchen im Schultereckgelenk fixiert wird